Kleine Geschichte der Agrico
Wie ein Kind einer Idee auf die Beine half
Stephan, der Sohn von Dorothé und Werner Stamm, besuchte den Kindergarten der Rudolf-Steiner-Schule Basel. ln einem Elterngespräch erzählte ich der Familie Stamm - den Besitzern des Birsmattehofes - von meinen Wunschträumen. Nur einige Wochen später erreichte mich die Nachricht, dass der Pächter der Birsmatte auswandern werde und ich mit dem Kindergarten dort Einzug halten könne. Ein Hund, drei Katzen und 26 Hühner gesellten sich zu uns.
Die wichtigsten Daten in der Geschichte des Birsmattehofes
1980: Gründung der Genossenschaft Agrico. Die Agrico versteht sich als Zusammenschluss von «Produzenten und Konsumenten». Ziel ist es, in der Region Basel Lebensmittel und insbesondere Gemüse nach Bio-Standards herzustellen.1981: Auf dem Birsmattehof in Therwil, einem früheren Landwirtschaftsbetrieb mit Viehhaltung und Ackerbau, können ab Januar 1981 zunächst 7 Hektar Land gepachtet werden. Im Mai 1981 wird der erste Kopfsalat ausgeliefert. Die Zahl der Genossenschafter wächst im ersten Betriebsjahr auf 150.1983: Der Birsmattehof wird mit der Bio-Knospe als biologischer Produktionsbetrieb anerkannt. Die Zahl der Genossenschafter steigt auf 200.1984: Um auch tierische Produkte anzubieten, werden Milchkühe und Schweine angeschafft. Die Milch der Kühe wird zu Quark verarbeitet, die Schweine fressen die Molke.1985: Bau eines 50 Quadratmeter grossen heizbaren Gewächshauses für die Setzlingsanzucht.1988: Der Arbeitsaufwand mit Milchkühen und Schweinen ist zu gross. Umstellung auf Mutterkuhhaltung.1993: Der Birsmattehof soll verkauft werden. Dank einer Solidaritätswelle gelingt es, unter den Genossenschaftern ausreichend Darlehen und Bürgschaften zu mobilisieren, damit die Agrico den Hof kaufen kann.1994/1995: Die hohe Verschuldung und die Konkurrenz durch das wachsende Bio-Angebot der Grossverteiler machen der Agrico zu schaffen. Die Zahl der Genossenschafter und Gemüseabos stagniert und entwickelt sich sogar leicht rückläufig, die Betriebskosten sind zu hoch.1996: Mit Hilfe von externen Beratern der Firma Planconsult und von GenossenschafterInnen wird eine Zukunftsstrategie erarbeitet. Wichtigste Ziele: Mehr Genossenschafter gewinnen, Professionalisierung, zusätzliche Absatzkanäle, Investitionen.1998: Der Birsmattehof geht in die Vermarktungs-Offensive. Das Gemüseabo ist neu in drei verschiedenen Grössen erhältlich und es wird neu auch für Nicht-Genossenschafter angeboten. Mit einem Stand auf dem Wochenmarkt von Arlesheim wird ein zusätzliches Standbein aufgebaut.2001: Der Betrieb hat seine Krise überwunden und feiert sein 20-Jahr-Jubiläum mit der bisherigen Rekordzahl von 420 Gemüseabos.2002: Eine Änderung der Landwirtschaftsgesetze hat zur Folge, dass die Agrico wegen ihrer Rechtsform als Genossenschaft die bisherigen Direktzahlungen in Höhe von jährlich 42 000 Franken verliert.2002: Zwei weitere wöchentliche Marktstände in Liestal und Muttenz kommen hinzu.2002/2003: Hitzige Diskussionen über das Projekt, ein Gewächshaus zu bauen. Einzelne Genossenschafter sind aus ökologischen Gründen dagegen und treten unter Protest aus der Agrico aus. Andere Genossenschafter sagen Darlehen und Bürgschaften zu, um den Gewächshausbau finanziell zu ermöglichen.2003/2004: Bau des neuen Gewächshauses mit gut 26 Aren Anbaufläche. Deutliche Verbesserung der Produktqualität namentlich bei Tomaten, Gurken, Auberginen und Peperoni. Breitere Angebotspalette in den Wintermonaten.2004: Vierter regelmässiger Marktstand in Pratteln.2006: Der Betrieb feiert sein 25-jähriges Bestehen mit rund 300 GenossenschafterInnen und insgesamt 730 Gemüseabos.2007: Die kontinuierliche Nachfrage lässt die Anzahl an Gemüseabos erstmals über 1000 ansteigen.2008: Die Abozahl steigt auf 1200 Kunden/Genossenschafter. Vorbereitung, Planung und Baueingabe für das Grossprojekt Ökonomie- und Kühlgebäude. Wir wollen zukünftig die reichhaltigen Herbsternten vor Ort einlagern können. Bisher haben wir alles Lagergemüse auswärtig unterbringen müssen.2010: Nach einiger Verzögerung bedingt durch Baueinsprachen feiern wir im Herbst Richtfest...die neuen Kühlgebäude sind eingeweiht...die neue Halle steht...der Innenausbau beginnt.
Wir durchbrechen die Schallmauer von wöchentlichen 1500 ausgelieferten Abokörben.2011: Mit einem grossen Jubiläumsfest im August feiern Gross und Klein das 30jährige Bestehen der Agrico Genossenschaft.